Vatikanstadt – Tipps für einen Besuch im kleinsten Land der Welt

Vatikanstadt - Tipps für einen Besuch im kleinsten Land der Welt

Mit einer Fläche von nur 0,44 km² ist der Vatikan der kleinste souveräne Staat der Welt. Er ist das moderne Überbleibsel des päpstlichen Reiches, das Rom und einen Großteil Mittelitaliens für mehr als tausend Jahre umfasste. Ein Besuch der Vatikanstadt gehört definitiv zu jeder Romreise. Das Land ist zwar klein, es gibt aber unendlich viel zu sehen. Jährlich besuchen über 5 Millionen Menschen den Vatikan. Wenn du also nicht die Hälfte deines Tages mit Warten verbringen möchtest, ist ein wenig Vorausplanung ein Muss.

Wir haben das leider bei unserem Besuch im Oktober ein bisschen verpeilt und ganz schön viel Zeit in Warteschlangen gestanden. Damit dir das nicht auch passiert, habe ich dir hier alle Tipps für einen Besuch im kleinsten Land der Welt zusammengestellt.


 

Die Vatikanischen Museen

Die Vatikanischen Museen sind im Palazzo Apostolico Vaticano untergebracht, einem 5,5 Hektar großen Komplex, der aus zwei Palästen und drei Innenhöfen besteht, und beherbergen eine der größten Kunstsammlungen der Welt. Du wirst es niemals schaffen, dir alles an einem Tag anzuschauen. Die Vatikanischen Museen sind über 14 km lang und es heißt, wenn du nur eine einzige Minute damit verbringen würdest, jedes Gemälde einzeln zu bewundern, würdest du 4 Jahre brauchen, um bis an den Ausgang zu kommen. Krass oder? Das und 9 weitere skurrile Fakten über den Vatikan findest du hier.

Dein Rundgang durch die Museen beginnt bei den alten Ägyptern, vorbei an einem der Innenhöfe mit der berühmten Kugel in der Kugel von Arnaldo Pomodoro, bis zum Museo Pio Clementino, in dem du spektakuläre klassische Statuen sehen kannst. In der 175 m langen Galleria delle Carte Geografiche befinden sich 40 riesige topografische Karten.

Vatikanstadt - Tipps für einen Besuch im kleinsten Land der Welt

Weiter geht es zur Stanze di Raffaello, der ehemaligen Wohnung von Papst Julius II. Von dort aus ist es nur ein kurzer Spaziergang zur Sixtinischen Kapelle, dem großen Finale des Museums und dem Ort an dem der Papst gewählt wird. Die Kapelle wurde ursprünglich im Jahr 1484 für Papst Sixtus IV gebaut, nach dem sie auch benannt wurde. Ihren heutigen Look hat sie aber erst seit dem frühen 16. Jahrhundert, nachdem Papst Julius II Michelangelo engagiert hat, sie zu schmücken. In den nächsten vier Jahren wurde die gesamte 800 m² große Decke mit Episoden aus dem Buch Genesis bemalt. Das wohl bekannteste Fresko ist „Die Erschaffung Adams“ – du weißt schon: das mit den Zeigefingern.

Vatikanstadt - Tipps für einen Besuch im kleinsten Land der Welt

Es gibt natürlich noch etliche weitere Räume und so ziemlich an jeder Ecke etwas zu entdecken. Plane auf jeden Fall 3-4 Stunden Zeit für deinen Museumsbesuch ein.

Normalpreis für einen Besuch ohne Führer: 17 €

Normalpreis für einen Besuch ohne Führer + Audioguide: 28 €

Der Audioguide lohnt sich meiner Meinung nach auf jeden Fall. Ohne den läufst du einfach nur blöd durch die Gegend und schaust dir Sachen an, bei denen du keinen Plan hast, um was es sich überhaupt handelt.

Vatikanstadt - Tipps für einen Besuch im kleinsten Land der Welt

Jetzt aber zu den harten Fakten: Jeder will hier rein und das heißt Anstehen. Und zwar lange! Wenn du einfach so – ohne Ticket – ankommst, musst du mit einer Wartezeit von mindestens 2 Stunden rechnen. Nach oben hin sind kaum Grenzen gesetzt. Da hat natürlich keiner Bock drauf. Es gibt aber einige Tipps und Tricks um die Wartezeiten in den Vatikanischen Museen zu verkürzen:

 

1. Buche vorab online

Auf biglietteriamusei.vatican.va kannst du dir ein Ticket vorab online bestellen. Buche frühzeitig, da es sein kann, dass keine Online-Tickets mehr verfügbar sind, vor allem wenn du in einer größeren Gruppe unterwegs bist, oder in der Hochsaison. Auf der Website suchst du dir ganz einfach eine Uhrzeit aus und tauchst dann zu dem gewählten Zeitpunkt auf. Du musst trotzdem noch mit Wartezeit rechnen, da das natürlich viele Leute machen.

Normalpreis für einen Besuch ohne Führer: 17 € + 4 € Vorverkaufsgebühr

Normalpreis für einen Besuch ohne Führer + Audioguide: 24 € + 4 € Vorverkaufsgebühr

Du siehst also, dass du bei der Variante MIT Audioguide bei dem selben Preis landest, wie zuvor, ohne Ticket vorab.

 

2. Nimm an einer Führung teil

Sollte dir der Audioguide nicht reichen, kannst du auch eine Führung auf biglietteriamusei.vatican.va buchen. Ein Angebot, das sich an einzelne Besucher richtet, die an einer kollektiven Führung mit einem vom Staat der Vatikanstadt autorisierten didaktischen Führer teilnehmen möchten. Die Touren sind auf verschiedenen Sprachen verfügbar und dauern ca. 2 Stunden. Solche Führungen gibt es auch von allen möglichen anderen Touranbietern. Überall in Rom, und vor allem rund um den Vatikan, stehen Typen rum, die dir „Skip the Line“ Tickets und Führungen anbieten. Qualitativ gibt es wenig Unterschiede.

Führung Vatikanische Museen und Sixtinische Kapelle – Einzelbesucher: 33 €

Führung mit anderen Anbietern wie z.B. BigBus: ca. 55 € (nur auf Englisch)

Die geführten Touren gibt es auch in Verbindung mit dem Petersdom. Der Vorteil hier ist, dass du direkt von der Sixtinischen Kapelle durch einen Hintereingang in den Dom kommst. Du umgehst also eine weitere Schlange und musst nicht den ganzen Weg wieder zurück laufen. Das wird dich natürlich noch mal ein bisschen mehr kosten.

 

3. Plane deinen Besuch zeitlich

Montag: Viele andere Museen sind Montags geschlossen, also würde ich diesen Tag meiden

Mittwoch: Die wöchentliche Audienz des Papstes auf dem Petersplatz findet vormittags statt und zieht natürlich viele Gläubige an. Wenn du am Petersplatz stehst, um den Papst live zu sehen, kannst du nicht im Museum sein. Wenn man sich also früh anstellt, ist für gewöhnlich wenig los.

Samstag: Viele Reisende kommen übers Wochenende nach Rom und haben somit nur den Samstag. Logischerweise geht es dann mehr zu, als an anderen Tagen.

Sonntag: Geschlossen (Außer jeden letzten Sonntag im Monat. Da ist aber dann natürlich die Hölle los.)

 

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Öffnungszeiten: 

Montag bis Samstag
9:00 – 18:00 Uhr (letzter Einlass 16:00 Uhr)

Jeden letzten Sonntag des Monats
9:00 – 14:00 Uhr (letzter Einlass 12:30 Uhr)


 

Petersplatz

Das Prunkstück des Vatikans wurde von Gian Lorenzo Bernini entworfen und zwischen 1656 und 1667 angelegt. Von oben ähnelt er einem Schlüsselloch mit zwei halbrunden Säulen. In der Mitte befindet sich ein 25 m hoher Obelisk, der von Caligula aus Heliopolis in Ägypten nach Rom gebracht wurde. Jeden Mittwoch um 11 Uhr hält der Papst hier eine Generalaudienz (im Juli und August in Castel Gandolfo bei Rom). Man braucht ein Ticket, um auf den Platz zu kommen, bekommt dieses allerdings umsonst. Dafür muss man eine „Bewerbung“ an die Präfektur des päpstlichen Haushalts schreiben.

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Petersdom

Rom ist die Stadt der Kirchen, aber keine kann sich mit dem Petersdom auf eine Stufe stellen: der größten, reichsten und spektakulärsten Kirche Italiens. Die Basilika, die über dem Grab vom Heiligen Petrus steht, wurde von einer Vielzahl bedeutender Architekten und Künstler errichtet, darunter Bramante, der den ursprünglichen Entwurf herstellte, Raffael und natürlich Michelangelo, der die 120 m hohe Kuppel entwarf.

In den 187 m langen, höhlenartigen Innenraum passen 20.000 Menschen. Wenn du dich für Kunst interessierst, kannst du hier locker mehr als eine Stunde verbringen. Es befinden sich zahlreiche Schätze in der Basilika, darunter zwei der berühmtesten Meisterwerke Italiens: Michelangelos Pieta und Berninis Baldachin über dem Hauptaltar. Der Eintritt in den Petersdom ist umsonst.

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Ein Besuch der Kuppel lohnt sich auf jeden Fall. Wir haben es – aufgrund unserer nicht vorhandenen Planung – leider nicht geschafft, aber Berichten und Fotos zufolge ist die Aussicht der Hammer. Beim Aufstieg musst du ein wenig Fitness beweisen. Der normale Weg führt über 551 Stufen hinauf. Es fängt gemütlich an mit breiten, flachen Stufen und wird immer enger und steiler. Am Ende findest du eine Wendeltreppe – Platzangst inklusive. Du kannst auch den ersten Teil des Weges mit einem Aufzug zurücklegen, dann musst du nur noch die letzten 320 Stufen bewältigen.

Eintritt Kuppel: 8 €

Eintritt Kuppel + Aufzug: 10 €

Öffnungszeiten:  Montag bis Sonntag, 7:00 – 19:00 Uhr (im Oktober bis 18:00 Uhr)

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Sowohl bei der Basilika, als auch bei der Kuppel müsst ihr mit Wartezeiten rechnen. Die sind aber zum Glück nichts im Vergleich zu den Vatikanischen Museen. Wenn du auf die Kuppel rauf willst, ist es am Besten sehr früh morgens oder spät nachmittags zu kommen.

ACHTUNG DRESSCODE: Wir befinden uns in einer streng katholischen Kirche, also keine Shorts, Miniröcke oder ärmellose Oberteile.


 

Ich hoffe, dass diese Tipps deinen  Besuch einfacher und effizienter machen, als unseren eigenen. Sag mir doch gerne Bescheid. Hast du noch weitere Fragen zum Vatikan? Dann rein damit in die Kommentare.

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